Digitalisierungsprojekt der Baltischen Historischen Kommission
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Brunnow, Ernst Philipp Bar. v., seit 1871 Gf.

Diplomat

* Dresden 31. 8. 1797
† Darmstadt 11. 4. 1875

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V.: Johann Ernst v. B., aus Kurland, kursächs. Major; M.: Maria Elisabeth Philippine, geb. v. Lieven; ⚭ Charlotte Sabine v. Bruce. Kindheit in Dresden, stud, in Leipzig. Seit 1818 im russ. diplomat. Dienst. 1818-21 Begleiter d. Fürsten Sturdza auf d. europ. Kongressen, dann b. → Chr. H. Gf. v. Lieven. 1823 diplom. Beamter b. Gf. Voroncov in Odessa. 1828 Kanzleichef v. → Chr. H. Gf. v. Lieven, dann Oberverwalter d. besetzten Donaufürstentümer, auch während d. Friedensverhandlungen in Adrianopel. Dann b. Diebitsch u. 1829-30 b. Orlov in Konstantinopel. Seit 1832 engster Mitarbeiter v. Gf. Nesselrode u. Red. d. wichtigsten Schriftstücke, zugl. seit 1833 Vertreters. Behörde in d. Hauptzensurverwaltung. 1835-39 ält. Ministerialrat. 1839-40 Gesandter in Stuttgart, auch f. Darmstadt. 1840 GehRat. 1840-54 Gesandter in London, erreichte e. Verständigung in d. Orientfrage, konnte aber d. Eintritt Großbritanniens in d. Krieg gegen Rußland nicht verhindern. 1855-56 Gesandter b. Dt. Bund in Frankfurt/M., dann e. d. russ. Unterhändler auf d. Pariser Friedenskonferenz. WGehRat. 1856-58 Gesandter in Berlin, blieb aber bis 1857 in Paris. 1858-60 Gesandter u. 1860-70 Botschafter in London. (1862 Andreas-O.) Konnte 1863 d. poln. Propaganda entgegenwirken u. d. rußlandfeindliche Stimmung in England besänftigen. 1870 Botschafter b. Napoleon III., verließ nach dessen Abdankung Frankreich. 1870-74 Botschafter in London. Erreichte 1871 d. brit. Zustimmung zur Aufhebung d. Neutralität d. Schwarzen Meeres. 1871 russ. Gf. - Seit 1875 i. R. in Darmstadt.

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Nachweise:

Geschl.-Reg.; RBS; Istorija min. inostr. del (1902), Anh., 4, 8 f., 11 f., 18, 27; Amburger, Behörden

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